12 Jul
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Im 19. Jahrhundert bildete die Sklaverei eine der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen der amerikanischen Südstaaten. Millionen Menschen afrikanischer Herkunft wurden rechtlich nicht als freie Personen, sondern als Eigentum behandelt. Sie konnten verkauft, vererbt, verpfändet und gewaltsam von ihren Familien getrennt werden.

Besonders eng war die Sklaverei mit dem Anbau von Baumwolle, Tabak, Zuckerrohr und Reis verbunden. Auf grossen Plantagen mussten versklavte Frauen, Männer und Kinder unter harter Aufsicht arbeiten. Der Tagesablauf wurde von den Besitzern oder Aufsehern bestimmt. Die Arbeit begann oft vor Sonnenaufgang und endete erst am Abend. Körperliche Strafen, Drohungen und willkürliche Gewalt dienten dazu, Gehorsam zu erzwingen. Fluchtversuche oder Widerstand konnten mit Auspeitschungen, Fesselung, Verkauf oder noch schwereren Strafen geahndet werden. 

Nicht  alle versklavten Menschen arbeiteten auf den Feldern. Manche wurden als Handwerker, Kutscher, Köche, Hausangestellte, Hafenarbeiter oder Fabrikarbeiter eingesetzt. Auch qualifizierte Tätigkeiten änderten jedoch nichts an ihrer Rechtlosigkeit. Sie konnten weder frei über ihre Arbeit noch über ihren Aufenthaltsort, ihre Ehe oder die Zukunft ihrer Kinder bestimmen.Besonders grausam war der inneramerikanische Menschenhandel.

 Obwohl die Einfuhr versklavter Menschen in die Vereinigten Staaten 1808 offiziell verboten wurde, bestand der Handel innerhalb des Landes weiter. Menschen wurden auf Märkten verkauft und aus den älteren Sklavenstaaten in die Baumwollgebiete des tiefen Südens verschleppt. Dadurch wurden unzählige Familien dauerhaft auseinandergerissen.Trotz Überwachung und Gewalt bewahrten die Betroffenen familiäre Bindungen, religiöse Vorstellungen, Lieder, Erzählungen und kulturelle Traditionen. 

Sie leisteten Widerstand, indem sie flohen, Arbeiten verzögerten, Wissen weitergaben, heimlich lesen lernten oder Angehörige schützten. Diese Formen des Widerstands waren gefährlich, zeigen aber, dass die versklavten Menschen niemals bloss passive Opfer des Systems waren.Die Sklaverei war nicht nur ein Verhältnis zwischen einzelnen Plantagenbesitzern und ihren Arbeitskräften. Sie war durch Gesetze, Gerichte, Banken, Händler, Versicherungen und politische Institutionen abgesichert. Baumwolle, die unter Zwang produziert wurde, versorgte Fabriken in den amerikanischen Nordstaaten und in Europa. Damit reichten die wirtschaftlichen Verbindungen der Sklaverei weit über die Plantagen des Südens hinaus.Der Amerikanische Bürgerkrieg führte ab 1861 zum Zusammenbruch dieses Systems. Die Emanzipationsproklamation von 1863 erklärte die versklavten Menschen in den rebellierenden Staaten für frei, beendete die Sklaverei jedoch noch nicht überall. Erst der 13. Verfassungszusatz schaffte sie 1865 in den Vereinigten Staaten formell ab.

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