Schwabenkind (erscheint September 2026)

Im 19. Jahrhundert wächst Anna in bitterer Armut auf, in einer Welt, in der ein Mädchen wenig gilt und eine junge Magd oft schutzlos der Willkür anderer ausgeliefert ist. Früh erfährt sie nicht Fürsorge, sondern Machtmissbrauch, Gewalt und Demütigung. Als sie schwanger wird, verliert sie nach und nach jeden Halt. Auf ihrer verzweifelten Flucht nach St. Gallen, hungrig, erschöpft und ohne jede Hilfe, gerät sie in ein Bordell, in dem selbst ihre Schwangerschaft noch zur Ware gemacht wird. In äusserster Not tötet sie den Besitzer des Hauses. Ihren Sohn Alois bringt sie im Gefängnis zur Welt. Was wie das Ende eines Lebens scheint, wird zum Beginn eines langen, schmerzhaften Weges, auf dem Anna unter falschem Namen überlebt, als Kräuterfrau neu Fuss fasst und doch niemals wirklich frei von ihrer Vergangenheit wird.


Ihr Sohn Alois wächst ohne Mutter auf. Er kennt weder Geborgenheit noch Herkunft, sondern nur das harte Urteil einer Gesellschaft, die uneheliche Kinder abstempelt und fortschiebt. Schon früh erfährt er, was es heisst, am Rand zu stehen. Er kommt ins Heim, wird verdingt und schliesslich als Schwabenkind nach Süddeutschland verkauft. Dort erlebt er Hunger, Kälte, Schläge und die tägliche Erniedrigung eines Kindes, das nicht als Mensch, sondern als billige Arbeitskraft betrachtet wird. Doch in ihm wächst zugleich etwas, das sich nicht brechen lässt: ein stiller, unbeugsamer Wille, der ihn nicht nur überleben, sondern eines Tages aufstehen lässt gegen das Unrecht, das ihn geprägt hat. Während Anna sich im Verborgenen ein neues Leben aufzubauen versucht, kämpft Alois darum, sich aus dem Elend emporzuarbeiten. Er entdeckt seine Begabung, seinen Verstand und den Drang, mehr aus sich zu machen, als die Welt ihm zugestehen will. So wird Schwabenkind nicht nur zu einem Roman über Leid und Ausbeutung, sondern auch zu einer Geschichte von Kraft, Aufstieg und Selbstbehauptung. Der Weg dorthin ist jedoch lang, voller Rückschläge, Gewalt und seelischer Verwundungen, die über Jahre nachwirken. 

Der Roman erzählt eindringlich von einer Zeit, in der Armut vererbbar schien, Frauen kaum Rechte hatten und Kinder oft nur als Last oder Arbeitskraft galten. Er zeigt die Härte des Lebens auf dem Land ebenso wie die Schattenseiten der Städte, die Heuchelei bürgerlicher Moral ebenso wie die Grausamkeit sozialer Ausgrenzung. Zugleich ist Schwabenkind eine tief bewegende Familiengeschichte über eine Mutter und ihren Sohn, die auf tragische Weise voneinander getrennt sind und doch unsichtbar durch ein gemeinsames Schicksal verbunden bleiben. 

Mit grosser emotionaler Wucht, historischer Dichte und einem klaren Blick für die sozialen Realitäten des 19. Jahrhunderts schildert Schwabenkind den Kampf zweier Menschen um Würde, Freiheit und einen Platz in der Welt. Es ist ein Roman über Scham und Schuld, über Herkunft und Verdrängung, über Gewalt, Überleben und die Hoffnung, dass selbst aus tiefstem Dunkel ein neuer Anfang wachsen kann.